Karlsfeld engagiert sich schon seit Jahrzehnten als Vorreiter im Bereich ökologischer Energieerzeugung und wirtschaftlicher Energieverwendung - von der Stromproduktion aus Klärgas bis zu selbstregulierenden Thermos-taten.
Jetzt will sich Karlsfeld etwas unabhängiger machen von Versorgern, denen womöglich ein ferner Nachbar die Gasleitung abdreht oder die Rohölpreise verteuert. Das Geld für die Primärenergie soll nicht in ferne Kontinente fließen, sondern in Bayern bleiben. Die Karlsfelder Bürger sollen stabile Energiepreise haben.
Und der CO2-Ausstoß soll reduziert werden.
Deshalb bauen die Gemeindewerke Karlsfeld eine eigene Fernwärmeversorgung auf, bei der einheimische Primärenergie genutzt wird.
Derzeit wird eine Heizzentrale errichtet, die mit Holzhackschnitzeln befeuert wird. Das Geld für den Brennstoff wird dann nicht mehr für Erdgas oder Heizöl ausgegeben, sondern fließt in die heimische Wirtschaft. Zusätzlich wird eigener Baumschnitt verfeuert. Bei der Verbrennung wird CO2 in dem Maße freigesetzt, wie es zuvor beim Wachsen der Bäume gebunden wurde. Anders als bei Heizöl und Erdgas fällt hier nur zusätzliches CO2 durch den Brennstofftransport an. In Kraft-Wärmekopplung wird Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist und Wärme für das neue Fernwärmenetz produziert. Dadurch ist der Wirkungsgrad der Heizzentrale erheblich höher als er bei einer reinen Strom- oder Wärmeproduktion je sein könnte.
Das Fernwärmenetz wird schrittweise wachsen.
Das ganze Projekt wird sich rechnen: für die Bürger Karlsfelds, für die ganze Gemeinde, für die Umwelt. CO2-Ausstoß und Feinstaubbelastung in Karlsfeld werden sinken. Zudem werden zusätzliche Arbeitsplätze bei den Gemeindewerken Karlsfeld und in der Region geschaffen.
Viele reden - Karlsfeld handelt.